Ehrliches Mantrailing

Die Sache mit dem ehrlichen Mantrailing...

Sind Sie ehrlich zu sich selbst? Gut, das ist schon mal eine der Voraussetzungen, um auch im Mantrailing eine Leistung sachlich zu beurteilen. Emotionen machen uns leider viel zu oft einen Strich durch die Rechnung. Der eigene Hund ist der Beste, damit haben Sie ja auch Recht. Aber können wir ihm und damit irgendwie auch uns eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben? Wenn Sie hier mit nein antworten, sollten Sie zu einem Anbieter gehen, der Sie und Ihren Hund immer ankommen lässt und dann freudig erzählt, dass sie einen richtig guten Mantrailer an der Leine haben. In der Regel schaffen sie es dort auch relativ schnell, mehrere Stunden oder gar Tage alte Trails zu laufen.

Beim ehrlichen Mantrailen ist das anders. Denn: die Wahrheit tut meistens weh. Trails werden abgebrochen, der Hund kommt ins Auto und Frauchen oder Herrchen sind hin und wieder auch mal gefrustet. Der Hund im Übrigen nicht. Im Gegenteil: beim nächsten Trail steigt oftmals die Motivation.

Warum werden Trails abgebrochen? Einfache Antwort: weil der Hund nicht arbeitet und/oder sich anderen Dingen wie Pipi oder sonstigen interessanten Dingen widmet. Keine Arbeit, keine Kekse. Den Hund trotz seiner Nebentätigkeiten ankommen zu lassen hat keinen Lerneffekt. Zumindest keinen, den wir uns wünschen. Denn in Zukunft sagt sich der Hund „Warum anstrengen, wenn die mich hinbringen?“.

Oder aber der Hund steckt in einer Situation, die für ihn neu oder so problematisch ist, dass er (noch) keinen Lösungsweg hat. In vielen Hundesport-Disziplinen sind Fehler ganz normal – beim Agility reißt der Hund eine Hürde, beim Obedience ist die Sitzposition mal nicht ganz korrekt usw. Im Mantrailing soll das plötzlich ganz anders sein? Auch hier gibt es keine Maschinen, aber ein Zauberwort, namens Motivation. Motivation ist die Grundlage für einen freudig arbeitenden Hund, der selbständig Probleme löst und ankommen will.

Warum überprüfen wir die Leistung doubleblind, also ohne Mitwisser auf dem Trail? Wieder eine einfache Antwort: weil das die einzig wahre Überprüfung eines Teams sein kann. Der erste doubleblind Trail ist etwas ganz Besonderes. Plötzlich ist niemand mehr da, der helfen kann. Niemand hält einen an, um zu sagen „Du bist falsch“. Es sind nur Sie und Ihr Hund. Das ist das Ziel der Hundeschule „Find your man!“: Sie verstehen ihren Hund und finden die Versteckperson. Ich gebe zu, das hat nicht viel mit Bauchpinseln zu tun, tut manchmal weh, ist aber ehrlich. Man sollte sich im Training immer fragen, ob man den Trail auch doubleblind geschafft hätte. Ist das nicht der Fall, identifiziere ich die problematische Situation und arbeite gezielt daran bis es klappt. Und? Waren Sie bisher ehrlich zu sich selbst?

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