Ein guter Mantrailing Trainer

Wie erkenne ich einen guten Mantrailing-Trainer?

 

In diversen Facebook-Gruppen wird diese Frage gerne mal gestellt. Antworten sind zum Beispiel: ein guter Trainer muss den perfekten Vorführhund haben. Was aber, wenn der Trainer-Hund gerade im Aufbau ist, verletzt oder gar gestorben ist? BvB-Trainer Jürgen Klopp zum Beispiel hat als Spieler nie die 1. Bundesliga gesehen, als Trainer aber zwei Mal die Deutsche Meisterschaft geholt und im Champions League-Finale gestanden. US-Trainer Jeff Schettler verkündet in seinem Buch, dass er ein viel besserer Trainer als Hundeführer ist.

Sicher ist, dass zwischen Kunde und Trainer die Chemie stimmen muss. Der fachlich kompetenteste Trainer kann sein Wissen nicht weitergeben, wenn er beim Kunden nicht ankommt. Andersherum reicht es selbstverständlich nicht, ein lustiger Kumpeltyp zu sein, der einzig durch souveränes Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit glänzt. Die menschliche Komponente ist so subjektiv wie jeder Hund individuell ist und sollte am besten bei einem persönlichen Gespräch oder einem kostenlosen Schnuppertraining abgeklopft werden.

Die fachliche Komponente ist anhand einiger Punkte durchaus auch für Laien überprüfbar und das nicht nur anhand wohlklingender Referenzlisten auf der Homepage des Trainers. À propos Referenzen: viele Hundetrainer bieten nach ein oder zwei Wochenendseminaren das Mantrailing an. Diese Disziplin ist aber viel zu komplex, um nach so kurzer Zeit eine fundierte Ausbildung für Hund und Hundeführer anzubieten. Es bedarf einiger Erfahrung, das Führen und Trainieren von verschiedenen Hunden und Rassen, um für jeden Hund den passenden Werkzeugkoffer zu haben.

Ein/e guter Trainer/in wird individuell auf jedes Team eingehen und Sie nicht in ein Muster pressen.

 

Am Anfang steht die Frage: Was will ich für mich und meinen Hund? Im Mantrailing kristallieren sich zwei Möglichkeiten heraus: ich kann mich herrlich selbst veräppeln und mich und meinen Hund von „Trainern“ durch die Gegend schieben lassen. Schnell sind 12 Stunden alte (und ältere) Trails möglich. Das wird zumindest suggeriert. In Wirklichkeit aber arbeitet der Hund nicht, sondern wird zur Versteckperson geschoben. Der „Trainer“ lobt Hund und Frau-/Herrchen über den Klee und alle gehen mit einem tollen Gefühl nach Hause. Möglichkeit 2: ich möchte mit meinem Hund ehrlich arbeiten. Das tut oft weh, denn es kann vorkommen, dass der Hund vor dem Ankommen aus der Arbeit genommen wird und ohne Erfolg ins Auto gebracht wird, zum Beispiel weil er wichtigeres zu tun hatte als zu trailen.

Zu einem guten Training gehört auch viel Basis-Arbeit. Ein guter Trainer wird Sie von der Notwendigkeit überzeugen. Auch wir Menschen lernen, beispielsweise im Sport, durch unzählige Wiederholungen. Der Fortschritt kommt von ganz alleine und wenn die Basis stimmt, können auch mal Schwierigkeiten eingebaut werden. Aber alles zu seiner Zeit. Ein guter Trainer kann jeden Ausbildungsschritt und den Aufbau eines jeden Trails zu jeder Zeit begründen. Ebenso steht er/sie für Fragen zum „Wieso, weshalb, warum“ zur Verfügung, gibt Ihnen Infos und im besten Fall erkennt man dabei auch die Leidenschaft, mit der der/die Trainer/in dabei ist. Ein nicht so guter Trainer versucht möglicherweise über Showtrails (durch Bahnhofshallen oder belebte Fußgängerzonen, tage- oder gar wochenalte Trails) seine nicht ganz so ausgeprägte Kompetenz durch Unterhaltungswert auszugleichen. Die Leidenschaft hierbei liegt dann oftmals im Bereich der Geldvermehrung.

An dieser Stelle könnten jetzt noch 10 stichwortartige Punkte stehen, die angeblich aufzeigen, woran man einen guten Trainer erkennt. Meistens reicht im Bereich des Mantrailing aber die einfache Frage: arbeitet der Hund selbständig? Ein Ja als Antwort ist schon einmal eine sehr gute Grundlage. Wenn dann noch die Chemie stimmt: viel Spaß bei der tollsten Disziplin im Hundebereich!

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